Skywatcher MAK 127

 

...und was man daraus machen kann...

 

 

 

Wer den kleinen MAK hat, wir sicherlich recht zufrieden sein. Denn wenn die Optik stimmt und das Shifting sich in Grenzen hält, dann ist das ein recht brauchbarer " Schnellspechtel-MAK".

 Doch es gibt einige Punkte, die verbesserungswürdig sind und auch die Beobachtungsqualität erhöhen könnten.

 Diese Punkte aus meiner Sicht sind:

-          die haarsträubende Konstruktion der Befestigung und der Kollimationsmöglichkeit der Hauptspiegelzelle

-          starke Reflexe in beiden Blendrohren sowie im Haupttubus

-          fehlender 2“-Anschluß

-          fehlender Tragegriff

-     fehlende justierebare Prismenleiste

 

Zum erwähnten 2“-Anschluß vielleicht noch folgender Hinweis:

Natürlich hat das Blendrohr nur etwa 31 mm Durchlaß. Aber auch dann macht ein 2“-Anschluß Sinn:

-          weil nämlich einige gute Weitwinkelokus 2“-Anschluß haben und doch nur einen Feldblendendurchmesser von weniger als 31mm haben ( z.B. PO 27mm ,  Nagler 20mm T5 )

-          weil man dann auch z.B. anderes Zubehör anschließen kann, welches von Haus aus 2“-Anschluß hat ( z.B. Baader 60°-Bino  oder hier speziell der 5-fach Okularrevolver von TEC, der zwar nur 1 1/4"-Okulare aufnimmt, fernrohrseitig aber 2"-Anschluß hat )

 

Bevor ich beginne erstmal einige generelle Bilder der Einzelteile.  Alle Bilder kann man anklicken und vergrößern!

Denn für die einzelnen Schritte ist es erforderlich, die optischen und mechanischen Komponenten, soweit möglch, auseinanderzunehmen. Wie man das Gerät demontiert beschreibe ich hier nicht, da das zu weit führen würde!

 

 

Mak-Linse mit Fangspiegel und kurzem Blendrohr.

1 Mak-Linse.jpg (31067 Byte)  

Tubusrohr ohne alles

Da verzichte ich mal ein ein Bild :-)

Das ist übrigens aus etwa 2 mm starkem Aluminium recht solide!

 

Hauptspiegel mit Führungsrohr und Fokussierspindel.

   3 Hauptspiegel Bild.jpg (57910 Byte)

Hauptspiegelzelle mit Blendrohr und Kollimationsschrauben.

  4 Abschlussplatte vor Umbau .jpg (58414 Byte)

Innere Platte, welche die Haupspiegelzelle trägt.

 5 innere Platte.jpg (89829 Byte)

 

 

So, nun mal der Reihe nach.

   

1.       Die MAK-Linse  

 

Diese läßt sich leicht abschrauben und zur Seite legen.

Man sieht den aufgedampften Fangspiegel und das konusförmige kurze Blendrohr.

 6 Mak-Linse.jpg (85599 Byte)

 

Zur Auskleidung des Blendrohres wird ein passender Kartonstreifen geschnitten und mit Velours beklebt.

 7 Auskleidung kleines Blendrohr 1.jpg (54638 Byte)

 

Wenn das alles paßt ( und beim Probieren und Anpassen muß man aufpassen, daß man nicht auf den Fangspiegel faßt ) klebt man diese Auskleidung mit wenigen Tropfen Sekundenkleber-Gel ins Blendrohr rein ( Keinen flüssigen Kleber verwenden, da der ja am Blendrohr runterlaufen und den Fangspiegel versauen könnte )

Natürlich vorher das Velours mit dem Fusselroller gut abrollern.

8 Auskleidung kleines Blendrohr 2.jpg (79613 Byte)

 

Fertig! 

 

2.       Die Hauptspiegelzelle  

 

Das ist eine sehr eigenwillige Konstruktion!  

Denn hier ist die den Spiegel tragende und bewegliche/justierbare Einheit der hintere, äußere Teil des Teleskopes. An dieser ist das Blendrohr fest verschraubt und diese enthält auch die Kollimationsschrauben.

9 Abschlussplatte vor Umbau.jpg (178601 Byte)

 

Die die Hauptspiegelzelle tragende Platte, welche fest mit dem Tubus verbunden sein sollte, ist aber im Innern des Tubus mit einem ziemlich klapprigen Gewinde eingeschraubt und eigentlich auch zu dünn.

 10 innere Platte.jpg (379694 Byte)

 

Eine Kollimationseinrichtung ( egal, ob Refraktorobjektiv oder Newtonspiegel etc. ) besteht normalerweise aus 3 Paaren von je einer Zug– und Druckschraube, welche recht nahe beieinander sitzen sollten, um Verspannungen des Flanschringes bzw. der Spiegelfassung zu vermeiden.

Hier gelten diese Regeln leider nicht. Die Schrauben sind jeweils um 60° versetzt angeordnet, wie man oben sieht.

In Verbindung mit der dünnen inneren Platte passiert nun , daß beim Kollimieren diese Trageplatte  Verspannung bekommt und sich durchbiegt.

Und nicht nur das! Bei dieser Konstruktion bewegt sich nämlich beim Kollimieren die hinten sitzende Hauptspiegelzelle.

Und wenn man die Druckschrauben zu weit nach außen dreht, dann kommt diese Abschlußplatte immer näher an den Tubus ran und sitzt irgendwann fest und läßt sich nicht weiter verstellen.

Damit das nicht passiert muß man also einen Luftspalt zwischen Tubus und Abschlußplatte lassen, der beim Gerät vom Hersteller mit einem dünnen Gummiring ausgelegt ist. Dann ist aber die innere Platte infolge des Klappergewindes locker im Tubus drin und alles kann sich wieder verstellen. Nur dann, wenn der Gummiring gerade so straff zwischen Tubus und Abschlußplatte sitzt, dann wird die innere Platte gegen das innere Gewinde im Tubus gezogen und alles erscheint stabil.

Ein Teufelskreis!

Hier sieht man mal, wie die Komponenten zusammengehören. Der Ring, der alles trägt ist der mit den gewindeähnlichen Riefen .

11 Zusammenbau Hauptspiegeleinheit.jpg (126655 Byte)

 

Diese Tatsache , daß ein Luftspalt zum Tubus bei dieser Konstruktion sein muß, kann man nicht verändern.

Wohl aber die Lage der Druckschrauben.

Diese sollen also dicht an die Zugschrauben ran. 

Da aber der Aluguß der Platte dort, wo die Schrauben hin sollen, zu dünn ist ( siehe obige Bilder ), hilft man sich mit einem Trick:

Man befestigt einfach innen 3 Metallplatten ( hier ALU, 8mm dick ) , welche die Druckschrauben aufnehmen.

In diese  bohrt man  zunächst je ein Gewinde für die Druckschraube und die Befestigungsschraube.

  12die Kolli-Schraubeneinsaetze1.jpg (179294 Byte)

 

Dann an der richtigen Position in der Abschlußplatte die zugehörigen Löcher gebohrt und die  Teile eingesetzt.

Man sieht, wie nahe die Druckschrauben jetzt bei den Zugschrauben sitzen!   

13 die Kolli-Schraubeneinsaetze fertig von innen.jpg (80420 Byte)

 Und von außen sieht es dann so aus.

 14 die Kolli-Schraubeneinsaetze fertig von aussen.jpg (104570 Byte)

 

So, damit aber der o.g. Effekt des Rumklapperns nicht mehr auftreten kann muß die innere Platte richtig fest mit dem Tubus verbunden werden.

Das kann mittels kleiner Schrauben von außen durch Tubus und Platte geschehen.

Geht einfach und das hält  bombenfest. Es sind die beiden hier sichtlichen Schrauben am Tubusumfang. 

 15 Schrauben zur Befestigung der inneren Platte.jpg (16730 Byte)

 

Bevor der Zusammenbau erfolgt legt man das Blendrohr mit Velours aus.

Hier habe ich ebenso meine bewährte Variante des Innentubus angewendet.

Man schneidet sich aus dünnem Karton einen Streifen aus, der zur Röhre gebogen nahtlos in das Blendrohr paßt.

Da muß man etwas probieren, bis es straff, aber doch noch von Hand einschiebbar, in das Blendrohr paßt.

Nun das Teil mit Velours bekleben, abrollern und einschieben.  

Wer da mehr sehen will schaue in meinen älteren Bericht über die C8-Optimierung auf Bino-Toms Webseite.

Da kann man das alles recht gut sehen:

http://www.binoviewer.at/teleskoptuning/C8optimierung.htm

Hier ist der Velours-innentubus schon im Blendrohr eingebracht.

 

Nun noch den 2“-Anschluß adaptieren. 

Der standardmäßige Anschluß besteht , ähnlich wie beim SCT, aus einem 1 ¼ - Stutzen , welcher mit einer Überwurfmutter am Gewinde am Blendrohr angeschraubt wird.

Den kann man abschrauben und die Überwurfmutter dann weiterverwenden.

Als 2“-Hülse habe ich eine verwendet, welche speziell für den Anschluß an M44-Gewinde ( Zeiss-Anschluß ) vorgesehen war.

Den in diese Hülse eingeschraubten Gewindeadapterring kann man " fast" durch die Überwurfmutter des MAK stecken .

Man nimmt also nur die Überwurfmutter und dreht diese etwas aus, bis der Gewindering durchpaßt.

Links die Überwurfmutter mit Gewindering, rechts die spezielle 2"-Hülse.

17 Zwei-Zoll-Huelse mit Ueberwurf und Gewindering.jpg (96357 Byte)

 

Dann die 2“-Hülse aufschrauben, und schon ist der Anschluß fertig.  

 18 zwei-Zoll-Huelse mit Ueberwurf und Gewindering zusammengebaut.jpg (72214 Byte)

 

Damit wäre die Hauptspiegelzelle fertig.  

 

  3. Rund um den Tubus

 

Da gibt es 3 Punkte, die ich für sinnvoll halte:

Erstmal ein vernünftiger Handgriff, der das Handling des Gerätes erleichtert.

Und dann noch eine justierbare Prismenleiste für den Anschluß des Teiles an die GP.

Und letztlich eine Auskleidung des Tubus mit Velours.  

Mein persönliches Markenzeichen ( Golden Eye läßt grüßen ) erwähne ich mal nicht.

Für den Griff werden 2 Löcher in den Tubus gebohrt, die Auflage des Griffes entsprechen der Rundung des Tubus angepaßt und dann der Griff von innen verschraubt.  

Bild kommt später.

 

Die GP-Leiste ( links im Bild ) wird mit 2 Befestigungs- und 4 Justierschrauben versehen.

20 Halteleiste und justierbare GP-Leiste 1.jpg (53424 Byte)

 

An der vorhandene Anschlußleiste bringt man die entsprechenden Gewinde zur Befestigung an und schon ist alles fertig. Hier sieht man, wie es prinzipiell funktioniert.

21 Halteleiste und justierbare GP-Leiste Prinzip1.jpg (73284 Byte)

 

22 Halteleiste und justierbare GP-Leiste Prinzip2.jpg (77304 Byte)

   

 

Die Auskleidung des Tubus wird analog dem Blendrohr vorgenommen.  

Innentubus aus Karton schneiden.  

 23 Innentubus.jpg (70667 Byte)

Mit Velours bekleben. Einschieben. Fertig.

 

 

4.   Der Zusammenbau

 

Da ist nicht mehr viel zu sagen.  

Man montiert zunächst Handgriff und Prismenleiste.  

Dann Hauptspiegeleinheit einschrauben und am Tubus mit den 3 Schrauben befestigen. Hier sieht man 2 davon.

  24 Haupspiegeleinheit am Tubus.jpg (34130 Byte)

Innentubus mit Velours in den Tubus reinschieben.

Mak-Linse einschrauben.  

Fertig.

26 fertig1.jpg (93595 Byte)

 

Und hier mit dem 5-fach-Revolver.

27 fertig 2.jpg (118001 Byte)

   

Kaum ein Unterschied zu vorher zu sehen, aber im Detail fast ein anderes Gerät.

Eine Taukappe ist natürlich auch sinnvoll.

Da das aber nun so simpel ist, gehe ich hier nicht weiter darauf ein.

Da ist jedem selber eine Lösung möglich.  

In diesem Sinne!

 

Viel Spaß beim Nachbau!

 

 

Wolfgang Höhle

t.brumm@gmx.de